Der heutige Tag ging für uns sehr erfolgreich zu Ende. Gleich nach dem Frühstück setzten wir unser verbessertes, fotografisches Partikelkamerasystem 'ParCa' aus, um die Veränderung der Partikelkonzentrationen über die Wassertiefe zu erfassen. Die Kamera macht in Abständen von 10m eine Aufnahme der in der Wassersäule befindlichen Partikel. Die Partikelbilder werden anschließend mit Hilfe einer digitalen Bildanalyse Software ausgewertet, die einem die Anzahl der Partikel in einem Liter Seewasser gibt. Anhand dieses Konzentrationsprofiles werden interessante Tiefenbereiche "gesichtet", aus denen dann anschließend gezielt Proben mit unseren in-situ Pumpen und Wasserschöpfern genommen werden können. Die linke Grafik zeigt unser heutiges Konzentrationsprofil. Im Oberflächenwasser sind wie erwartet sehr hohe Konzentrationen anzutreffen die dann in den mittleren Wasserstockwerken abnehmen oder konstant bleiben. Für uns aber viel interessanter sind die erhöhten Konzentration bei ca. 1900m und zwischen 2100m und 2500m. Partikel aus diesen speziellen Wasserschichten, haben einen anderen Urpsung und eine andere Zusammensetzung als die, aus den darüberliegenden Wasserschichten.Weiter ging es mit der Aufnahme der CBi Verankerung, die in 2700m Wassertiefe liegt. Verankerungsarbeiten gehören zu den "Routinejobs" an Bord, dennoch ist bei dieser Arbeit stets Vorsicht geboten, weil auf einem schaukelnden Schiff mit gespannten Leinen und schwerem Gerät gearbeitet wird. Bei den Verankerungsarbeiten zeigt sich immer wieder, wie gut Wissenschaft und Besatzung zusammenarbeiten - da sitzt jeder Handgriff. Kurzum: die Verankerung wurde professionell von unserem Verankerungsteam Götz, Gerd, Christian und Marco abgeborgen. Uns Forscher freut dabei, das alle Sedimentfallen gearbeitet haben und auch die verankerte Videokamera aufgezeichnet hat - ein voller Erfolg!
Doch noch war unser Tag nicht vorbei. Der nächste Punkt auf dem Arbeitsplan war das Aussetzen einer Treibfalle, die mehrere Tage mit der Strömung mitdriftet und dabei sinkende Partikel auffängt. Auch das Aussetzen dieses "Geschleuders", wie wir Verankerungen mit langen Leinen gerne nennen, verlief ohne Probleme.Kurz nach dem Abendbrot, waren dann nochmal unsere Biologen Morten und Stefan dran um Wasserproben aus den Partikelmaxima nehmen. Anschließend war eigentlich der Einsatz von Andreas' in-situ Pumpen geplant, doch leider mussten wir diesen zu seinem bedauern abbrechen, weil sich über den Tag eine sehr hohe Dünung aufgebaut hat, die das Aussetzen der Geräte für Mensch und Maschine zu gefährlich machten.
Zur Zeit befinden wir uns auf dem Weg nach Osten und fangen morgen früh um 6°° erneut mit den Stationsarbeiten an.
Viele Grüße von See an die treuen Blogleser, Nicolas Nowald, Meeresgeologe
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