Donnerstag, 25. Februar 2010

Auf dem Weg nach Süden

Seit gestern morgen laufen wir nun bei sonnigem Wetter mit ca. 10 Knoten (Seemeilen pro Stunde) nach Süden in Richtung Kapverdische Inseln. Am Freitagnachmittag werden wir dann unser Hauptarbeitsgebiet vor Kap Blanc (Mauretanien) erreichen und sofort mit den Stationsarbeiten beginnen. Bis dahin gibt es noch eine Menge vorzubereiten. Wir werden Tiefseeverankerungen mit verschiedenen Sensoren und so genannten Sinkstofffallen austauschen, mit Spezialkameras die Partikel in der Wassersäule fotografieren und mit Wasserschöpfern und Partikelpumpen Proben aus speziellen Wassertiefen entnehmen und untersuchen. Auch werden Wassertemperatur, Salzgehalt, Chlorophyll, Sauerstoff und die Wassertrübung mit bestimmten Sensoren ermittelt. Daneben werden wir auch noch einen Tiefseeroboter einsetzen, dazu später mehr.

Langfristiges Ziel unserer Untersuchungen ist es, die so genannte biologische Pumpe in dem nordwestafrikanischen Auftriebssystem – ein extrem Plankton- und Fischreiches Gebiet - besser zu verstehen. Die biologische Pumpe entzieht über die Photosynthese der Organismen Kohlendioxid aus dem Meerwasser und der Atmosphäre und ist damit ein wichtiger Klimafaktor. Ein Beispiel einer Satelliten-Chlorphyllkarte mit unserem Arbeitsgebiet vor Kap Blanc ist auf dem Bild zu sehen. Gelbe und rote Farben zeigen Flächen, wo sich viel pflanzliche Biomasse in den oberen Wasserschichten befindet. Diese nimmt mit der Annäherung zur Küste hin zu, dabei ändert auch das Wasser seine schöne blaue Farbe zu grünen und braunen Tönen. Gleichzeitig wird es kälter, da nahe der Küste das nährstoffreiche Wasser aus der Tiefe aufsteigt. Wir besuchen das Gebiet seit 1988 und können damit auch längerfristige Veränderungen in diesem wichtigen Ökosystem untersuchen.

Von See

Gerhard Fischer


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